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Presseartikel 2016

Sächsische Zeitung | 17. Dezember 2016

Gemeinsame Einsatzzentrale steht

Von Dirk Schulze

Bei Großeinsätzen werden die Feuerwehren in Stolpen und Dürrröhrsdorf-Dittersbach noch besser zusammen arbeiten.

Stolpen/ Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Die Feuerwehren von Stolpen und Dürrröhrsdorf-Ditterbach betreiben bei Großeinsätzen künftig eine gemeinsame lokale Einsatzzentrale. Nachdem der Stolpener Stadtrat den entsprechenden Vertrag am Montag gebilligt hat, gab der Gemeinderat von Dürrröhrsdorf-Dittersbach am Donnerstagabend sein Okay. Diese Einsatzzentralen – im Fachjargon ortsfeste Befehlsstellen genannt – werden bei größeren Schadensereignissen, bei denen mehrere Feuerwehren ausrücken müssen, aktiviert.

Das Ziel der Struktur ist, dass die Leitstelle in Dresden die Einsätze nicht allen Ortsfeuerwehren einzeln ausgibt, sondern an die lokale Befehlsstelle. Dort sitzt ein Führungsstab der beteiligten Feuerwehren und koordiniert die Einsatzkräfte vor Ort. Gebaut werden muss für die ortsfeste Befehlsstelle nichts, sie wird im Gerätehaus von Stolpen eingerichtet. Nötig sind Funktechnik und ein Besprechungsraum. Die Struktur dieser Einsatzzentralen ist vom Landkreis vorgegeben, 15 Stück gibt es im Kreisgebiet. Kleinere Kommunen arbeiten zusammen. (SZ/dis)
Sächsische Zeitung | 23.11.2016

Feuerwehreinsätze ohne Rechnung

Von aw

Dürrröhrsdorf-Dittersbach und Stolpen helfen sich im Alarmfall gegenseitig. Ohne finanzielle Folgen für die Nachbarkommune.

Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Zwischen der Stadt Stolpen und der Gemeinde Dürrröhrsdorf-Dittersbach soll eine Vereinbarung über die gemeindeübergreifende Hilfeleistung unterzeichnet werden. Der Stolpener Stadtrat stimmte dem am Montag bereits zu. Die Gemeinderäte von Dürrröhrsdorf-Dittersbach werden am Donnerstag darüber beraten. Ziel einer solchen Vereinbarung ist es, dass Einsätze und Hilfeleistungen der Feuerwehren auf dem jeweils anderen Gebiet nicht gegenseitig in Rechnung gestellt werden, außer beim Einsatz von Spezialtechnik. Auch Versicherungsfragen sind in dem Vertrag geregelt.

Stolpen wollte Gleiches auch mit der Stadt Neustadt auf den Weg bringen. Das wurde von Neustadt jedoch abgelehnt. Vermutet wird, dass der Ärger über die Stolpener Feuerwehren nach einem verpatzten Einsatz vor ein paar Jahren noch immer tief sitzt. Bei dem Einsatz wurde die Drehleiter der Neustädter Wehr geschrottet. Die Neubeschaffung kostete 150 000 Euro. Die Versicherung hatte den Schaden zwar bezahlt. Aus der Welt ist der Ärger damit aber offenbar bis heute nicht. (SZ/aw)
Sächsische Zeitung | 01.07.2016

Land unter in Dittersbach

Von Dirk Schulze

Seit 2011 sind die Anwohner am Kalten Bach in Dürrröhrsdorf-Dittersbach viermal abgesoffen. Getan hat sich nichts.

Dürrröhrsdorf-Dittersbach. Frank Ullrich kärchert den grünen Skoda Fabia. Der Gutachter war gerade da. Für die Versicherung ist es ein wirtschaftlicher Totalschaden. Das Auto stand in der Garage, als die Welle kam – und dann einen knappen halben Meter in der braunen Brühe, so wie das komplette Erdgeschoss seines Hauses in Dittersbach. Vor dem Gartenzaun stapelt sich das, was nicht mehr zu retten ist: Möbelstücke, Schuhe, ein Fernseher. Vor fast jedem Grundstück entlang der Hauptstraße in Dittersbach, dem nördlichen Ortsteil von Dürrröhrsdorf-Dittersbach, ist so ein Haufen aufgeschichtet.

Die Anwohner entlang des Kalten Baches, der ein paar Hundert Meter weiter in die Wesenitz mündet, sind während des Unwetters am vergangenen Wochenende von einer verheerenden Überschwemmung heimgesucht worden. Fast alle Grundstücke entlang des Bachlaufs standen unter Wasser. Als die Feuerwehr gegen 1.15 Uhr in der Nacht anrückte, mussten sich die Kameraden erst einmal wieder zurückziehen, weil ihnen die Wassermassen so massiv entgegenströmten.

Das Problem: Es ist nicht das erste Mal. Viermal stand das Haus von Familie Ullrich komplett im Wasser – innerhalb der letzten fünf Jahre. Wie oft der Garten überschwemmt wurde, haben sie aufgehört zu zählen, mindestens zwei-, dreimal im Jahr. „Das ist extrem“, sagt Frank Ullrich. „Das hört nicht auf, es kommt immer wieder.“ Mittlerweile schlafe er unruhig. Den Nachbarn geht es nicht anders.

Am vergangenen Sonntag kam es besonders schlimm. Nach der ersten Überschwemmung 2011 hat Frank Ullrich extra Schotten vor der Haustür und dem danebenliegenden Garagentor installiert. Links und rechts Metallschienen, in die von oben kräftige Holzplatten eingeschoben werden. Bis in eine Höhe von etwa 80 Zentimetern halten sie das Wasser zurück. Doch das reichte am Sonntag nicht. Der Spitzenpegel lag gut 15 Zentimeter darüber. Wieder schwappte alles ins Haus: Tiefkühltruhe, Waschmaschine, Trockner – alles hinüber. In einer Senke auf den Feldern oberhalb von Dittersbach war ein Wall gebrochen, hinter dem sich der Regen staute. Zusätzlich zum Hochwasser des Kalten Bachs löste das eine richtige Flutwelle aus.

Im Oktober 2015 haben sich die Anwohner zusammengetan und Unterschriften gesammelt, damit sich endlich etwas tut. Mit über hundert Namen auf der Liste tauchten sie im Rathaus auf. Sie fordern ein Rückhaltesystem für den Kalten Bach und seine seitlichen Zuflüsse. Seitens der Gemeinde hieß es, es sehe schlecht aus mit Fördermitteln für den Kalten Bach. Die Verwaltung ist noch immer mit der Planung von Rückhaltebecken für den Stürzabach beschäftigt, der 2010 Stürza und Dürrröhrsdorf überflutete. Für den Kalten Bach in Dittersbach sind aktuell 10 000 Euro eingeplant. Ein Ingenieurbüro soll damit ein Konzept erarbeiten, doch selbst das war bis vergangene Woche noch nicht beauftragt. Das können die Anwohner nicht nachvollziehen. „Hier hängt es massiv an der Gemeinde“, sagt Frank Ullrich.

Landwirte heben die Hände

Daneben machen die Betroffenen vor allem die Landwirtschaft für die sich ständig wiederholenden Überflutungen verantwortlich. Sämtliche Feldraine hätte die Agrargenossenschaft entfernt, aus wirtschaftlichen Gründen. Das Einzugsgebiet des Wassers reiche vom Forschungszentrum Rossendorf entlang der Bundesstraße B 6 bis zur alten Bahnlinie, so die Anwohner. Der Regen spüle die Erde von den abschüssigen Feldern mitsamt der halben Ernte. Tatsächlich landen dicke Schlammpackungen mit Mais und Wintergerste in den Gärten.

Die Felder oberhalb von Dittersbach gehören zur Agrargenossenschaft Wesenitztal. Deren Chef, Michael Steglich, sagt, er würde den Anteil, den die Feldstruktur an den Hochwassern habe, nicht sonderlich hoch ansetzen. Die Feldraine seien bereits in den Siebzigerjahren verschwunden, seit 40 Jahren werde in der jetzigen Form gewirtschaftet. Seit er vor vier Jahren die Leitung der Agrargenossenschaft übernommen hat, habe sich daran nichts Wesentliches verändert.

Es geht um 500 Hektar Land. Wenn dort auf den Quadratmeter 70 Liter Regen herunterkommen – so wie letztes Wochenende –, würde auch ein Feldrain nichts nützen. „Das halten wir nicht mit irgendwelchen Grünstreifen auf“, sagt Steglich. Er könne auch nicht irgendwo einen Damm aufschütten, dann sei beim nächsten Mal ein anderer Einwohner betroffen. „Da müssen Experten ran“, sagt Steglich. „Wir brauchen ein richtiges Hochwasser-Konzept.“

Darum soll sich endlich ein Ingenieurbüro kümmern. Dürrröhrsdorfs Bürgermeister Jens-Ole Timmermann (Unabhängige Bürger) hat diese Woche mit drei Büros Kontakt aufgenommen. Sobald die Angebote da sind, will er den Auftrag erteilen. Woher das Geld für die Umsetzung kommen soll, weiß er allerdings noch nicht.

Am Mittwoch hat das Technische Hilfswerk den weggespülten Damm auf den Feldern provisorisch mit Sandsäcken ersetzt. Als kurzfristige Maßnahme soll der Kalte Bach demnächst ausgebaggert werden.