Fahrzeuge

Verkehrsunfallforschung

16. März 2011

Die Aufgabe der Feuerwehr umfasst in der heutigen Zeit nicht mehr nur das klassische Löschen von Bränden sondern immer mehr auch die technische Hilfe. Ein großer Teil der technischen Hilfe wird dabei bei Verkehrsunfällen geleistet. Je nach Schweregrad des Unfalls ist es dann auch möglich, dass sich das Team der Verkehrsunfallforschung der TU Dresden an der Unfallaufnahme beteiligt. Dieser Artikel soll deshalb einen kleinen Einblick in die Arbeit und die Aufgaben der Verkehrsunfallforscher geben. Unsere Aufgabengebiete sind die Erhebung, Auswertung und Dokumentation von Realunfalldaten im Straßenverkehr, um mit diesen Daten die Sicherheit von Verkehrsteilnehmern, Fahrzeugen und Verkehrsanlagen weiterentwickeln zu können. Des Weiteren versuchen wir mit diesen Informationen eine Verbesserung des Rettungswesens und der medizinischen Notfallversorgung zu erreichen und damit zur Verringerung von materiellen und Personenschäden beizutragen sowie die Anzahl von Verkehrsunfällen zu verringern. Aktuell widmen wir uns Themen wie dem Fußgängerschutz, der Fahrzeugsicherheit sowie aktiver und passiver Sicherheitssysteme. Die Verkehrsunfallforschung an der TU Dresden ist seit 2005 als Tochter der TU Dresden Aktiengesellschaft "TUDAG" in Form einer GmbH organisiert.

Erhebungsgebiet

Das Erhebungsgebiet umfasst die Stadt Dresden, den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie Teile der Landkreise Meißen und Bautzen. In diesem Erhebungsgebiet leben ca. 1 Mio. Menschen auf einer Fläche von ca. 3.000 km². Das Erhebungsgebiet ist durchzogen von 2- und 3-spurigen Autobahnen mit und ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen. Im Norden befindet sich topographisch gesehen flaches Gelände wohingegen der Süden durch Höhenzüge des Osterzgebirges bis 850 m über dem Meeresspiegel geprägt ist. Die Auswahl des Erhebungsgebietes erfolgte unter Berücksichtigung der gesamtdeutschen Topographie.

Aufnahmeteam

Zur Unfallaufnahme steht in jeder Schicht ein Aufnahmeteam von zwei Technikern, einem Mediziner und einem Koordinator bereit. Der Koordinator steht im ständigen Kontakt mit den Rettungsleitstellen und den Führungs- und Lagezentren der Polizeidirektionen und leitet das Erhebungsteam nach dem statistischen Stichprobenplan. Dem Team stehen zwei Einsatzfahrzeuge mit Sondersignalen und Funk zur Verfügung. Wird ein Verkehrsunfall mit Personenschaden gemeldet und gehört dieser zum Auswahlkriterium der Stichproben, so fahren die Techniker und der Mediziner mit ihrem Einsatzfahrzeug zur Unfallstelle.

Dokumentation

Am Unfallort werden durch das Erhebungsteam alle relevanten Informationen beginnend bei der Rettungskette, über die Gegebenheiten der Unfallstelle bis hin zur Fahrzeugausstattung und -beschädigung dokumentiert. Des Weiteren werden eine individuelle Befragung der Beteiligten und eine detaillierte Vermessung der Unfallstelle sowie der vorhandenen Spuren durchgeführt. Die Datenerhebung an der Unfallstelle erfolgt bereits digital mittels mobiler Tablet PCs. Das Vorgehen an der Unfallstelle wurde soweit optimiert, dass unnötige Verzögerungen bei der Beräumung der Unfallstelle durch die Arbeit der Unfallforschung ausgeschlossen sind. Zusätzlich zur Dokumentation an der Unfallstelle werden alle nachträglich verfügbaren Informationen in enger Zusammenarbeit mit Polizei, Krankenhäusern und Rettungskräften erhoben.

Rekonstruktion

Jeder dokumentierte Unfall wird rekonstruiert. Der gesamte Unfallablauf wird, beginnend mit der Unfalleinleitung und der Reaktion der Beteiligten, über die Kollisionen bis hin zum Stillstand der Fahrzeuge, nachvollzogen. Dabei werden charakteristische Größen wie Bremsverzögerungen, Einlauf- und Kollisionsgeschwindigkeiten sowie Winkeländerungen ermittelt. Hierzu werden durch den Rekonstrukteur verschiedene Berechnungsmethoden der Handrekonstruktion angewandt und Simulationsprogramme wie PC-Crash genutzt. (Quelle: http://www.vufo.de)

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